Lindenblatt

Blätter sollen Schülern die Ortsteile näherbringen

Ein weiteres Lindenblatt von Gregor Merten hat vor dem Hilgener Schützenhaus eine Heimat gefunden.

 

 

 

Burscheid. Hilgen-Heide ist seit Freitag um eine kleine Rarität reicher. Über 80 Gäste waren trotz Donnergrollens zum Schützenhaus gekommen, um bei dem feierlichen Akt live dabei zu sein. Das nächste Lindenblatt der Kunstaktion Blattwerk hat nun eine neue Heimat gefunden.

„Das ist eine super Sache für uns“, freute sich Frank Müller, Vorsitzender des Hilgener Schützenvereins und meinte damit die ansehnliche Platte, die von nun an vor dem Vereinsheim zu besichtigen ist. Beim traditionellen Vatertags-Wandern der Schützen in diesem Jahr hatte Waltraud Küpper, Mutter des amtierenden Schützenkönigs Arne Küpper, die Idee, den frisch gepflasterten Vorplatz mit dem Blatt zu verschönern.

Ein Anruf bei Künstler Gregor Merten, der zusammen mit Partnerin Carmen Dietrich die Aktion zum Burscheider Stadtjubiläum 2006 ins Leben gerufen hatte, brachte Gewissheit, dass das Vorhaben auch kurzfristig in die Tat umzusetzen sei. Handwerklich gar nicht unbegabt schritt der kleine Dominik am Freitag ans Werk. Waltraud Küppers achtjähriger Enkel durfte zusammen mit Schützen-Chef Müller und dem Künstlerpaar das Werk vollenden – mit einer Kelle frisch angerührtem Zement.

Mittlerweile haben über 30 der 85 Burscheider Stadtteile ihr eigenes Lindenblatt erhalten. „Wir wären froh, wenn sich die Ortschaften, die bislang noch kein Blatt haben, der Aktion anschließen würden“, sagte Ulrike Hanke vom Förderverein Betreuungsangebote in Burscheid (BiB). Dazu bedarf es lediglich einer kleinen Sammelaktion in der Nachbarschaft.

Durch Spenden auf das Fördervereins-Konto werden nicht nur die Materialkosten gedeckt, auch die Öko-Experimentalwerkstatt an der Montanus-Grundschule profitiert davon. „Wir machen es für die Jugend, wollen für diese ein Zeichen setzen“, erklärte Gregor Merten, dem vor allem die Identifikation des Nachwuchses mit dem Heimatort am Herzen liegt.

Im kommenden Schuljahr will der Förderverein eine Route erstellen, die die Grundschüler von einem Blatt zum anderen führen soll. „Die Kinder können so die einzelnen Ortsteile kennenlernen“, so Hanke. Demnächst sollen die Ortschaften Kotten und Berringhausen hinzukommen.

Bergischer Volksbote vom 07.07.2009